Fahrzeugausbau

Der Aus-, Ein- und Aufbau

Der Ausbau erfolgte:

  • Nach der Arbeit, Samstags sowie Sonn- und Feiertags
  • Dank Baustrahlern und LED Beleuchtung manchmal auch bis tief in die Nacht
  • Und immer nach den fünf Grundregeln:
    • Das Genie beherrscht das Chaos
    • Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen
    • Nach -Fest- kommt -ab-
    • nach -ab- kommt -wegschmeißen- (und nochmal neu basteln)
    • Was nicht passt, wird passend gemacht

Insgesamt sind wir von November 2011 bis Mai 2014 mit dem Ausbau beschäftigt.

1. Phase: Planung im Sommer / Herbst 2011

Der Entschluss, einen Lkw zu kaufen ist getroffen. Wir diskutieren die verschiedensten Varianten durch, wie das Gefährt zu einem bewohnbaren Mobil umgebaut werden könnte und stoßen dabei auf die Anleitungs-CD von Ulrich Dolde zum Wohnmobil-Selbstausbau. Mit dem darin enthaltenen Excel-Tool erstellen wir mehrere mögliche Grundrisse und entscheiden uns schließlich für einen, der allerdings während des Ausbaus noch leichte Veränderungen bzw. Anpassungen erfährt.

Bild 1

2. Phase: Entrümpelung im Winter 2011/12

Per 40t-Sattelzug bekommen wir im November unseren im Vormonat in Fulda erstandenen Shelter angeliefert. Daraufhin bauen wir das komplette Innenleben samt Werkbänken, Regalen, Standheizung usw. aus. Die Elektroanlage wird ebenfalls komplett demontiert und in die einzelnen Baugruppen zerlegt. Ebenso werden die genieteten C-Profile an den Wänden und der Decke entfernt.

Geschätzt werden in Summe ca. 0,75-1,0t Material aus dem Container geschafft und nach brauchbar und nicht mehr verwendbar sortiert. Viele Teile bekommen in den nächsten Monaten ein zweites Leben von uns – wenn auch oft völlig modifiziert.

Bild 3

3. Phase: Grundausbau vom Frühling 2012 bis Sommer 2013

Die Grundfläche von gerade mal 8 m² erfordert eine genau vorgedachte bzw. geplante Auf- und Einbaureihenfolge. Unter Zuhilfenahme der oben erwähnten Anleitungs- CD von Ulrich Dolde und tage- und nächtelanger Planung am PC folgt dann der Ausbau unserer „Zweitwohnung“. Dazu kommen viele Preis-Leistungs-Recherchen und die Materialbeschaffung aus diversen Campingausrüstungskatalogen und Baumärkten. Zu den wesentlichen Etappen der folgenden Monate gehören:

  • die zusätzliche Dämmung der Shelter-Innenwände und der Tür
  • die Anbringung der Glasfasertapete an Wänden und Decke
  • das Ausschneiden und der Einbau der drei Dach- und zwei Seitenfenster sowie der zwei Servicetüren, des Dachabzugs, des Nasszellen- und Kühlfachlüfters
  • die Beschaffung und Montage der tiefergesetzten Fensterprofilrahmen und der Bau von Astschutzblechen für die Dach- und Seitenfenster
  • der Einbau der Trennwand und der Tür zur Nasszelle
  • das Einkleben des gesamten PVC Bodens im Container und des PVC Wandbelags in der Dusche
  • der Einbau der Duschwanne, des Waschbeckens und der Kassettentoilette
  • die Montage der Truma Diesel- Standheizung mit integrierten Warmwasserboiler und die Verlegung von ca. 12m Heizungsrohr inkl. Luftauslässen
  • der Einbau der 2x150l Wassertanks, Tankeinfüllstutzen, Füllstandsensoren, Frostschutz- und Ablassventile, Filter, Wasserpumpe und ca. 20m Frisch- und 6m Abwasserleitung
  • die Verlegung von geschätzt 30-40m Kabelkanal und 400-500m Kabel für die 12V und 220V Anlagen
  • das Anfertigen und der Einbau der Staufächer unter Bett und Sitzbank aus Möbelbauplatten
  • die Verkleidung bzw. Isolierung der Warmluftrohre, Wassertanks und der Dieselheizung
  • die Anfertigung der Sitzbankflächen, des Tischs und des doppelt klappbaren Bettrahmens sowie das Anpassen der Lattenroste
  • der Einbau des Kühlfachs, der 2x12V Bordbatterien, des 24-12V Spannungswandlers, Solarreglers, Hauptschalters und des Steuerungs- und Sicherungsautomats
  • das Anpassen und der Einbau der Küchenzeile und Deckenstaufächer eines schwedischen Möbelhauses (Offroadsicher) inkl. Bohren, Einkleben und Festschrauben von 26 Push-Locks
  • die Montage und der Einbau des 220V-Sicherungskastens inkl. FI-Schutz, Lichtschalter, Steckdosen, LED Beleuchtung, Temperaturfühler und Anzeigepaneel
  • tagelanges Verkabeln, Verkabeln, Verkabeln und Schaltpläne dokumentieren

Bild 8    Bild 9

Der Container steht während dieser Zeit noch nicht auf dem LKW.

Ein denkwürdiger „Zwischenfall“ im Juni 2013

Nach tagelangem Dauerregen treten u.a. die Weiße Elster und die Pleiße über die Ufer. Nachbargemeinden im Altenburger Land und auch der Heimatort unserer Freunde in Wünschendorf, Landkreis Greiz waren betroffen. Kurzer Hand beschließen wir, unsere wat-taugliche „Technik“ zur Verfügung zu stellen. Aus den angedachten Sandsacktransporten wird die Evakuierung von Einwohnern aus teilweise 1,40m hoch überfluteten Ortschaften. Die freiwillige Feuerwehr Wünschendorf nutzt das Fahrzeug zwei Tage lang für Kontroll- und Evakuierungsfahrten.

Bild 11

(Quelle: youtube)

4. Phase: „Hochzeit“ und Testrunde Spätsommer / Herbst 2013

Im September folgt dank der Firma Kran Lorenz aus Altkirchen die „Hochzeit“ zwischen LKW und Shelter. Unter Verwendung der original BW Verzurrketten und Verladeecken wird der Container auf der Ladefläche befestigt.

Unter der Ladefläche wird noch ein 70l- Abwassertank installiert, mit Schutzblechen verkleidet und die Abwasserschläuche angeschlossen.

Die „Flittertage“ verbringen wir mit einer Testrunde durch Thüringen mit Abstechern u.a. auf den Kyffhäuser und an den Hohenwartestausee.

Spätherbst 2013

Aus den geplanten drei Wochen Sommerurlaub auf Island wollen wir nach reichlicher Überlegung ein sechsmonatiges Sabbatical machen. Darauf folgen die Reiseplanung und Überlegungen, welche weiteren Veränderungen am Fahrzeug dadurch notwendig werden.

5. Phase: Weitere Umbauten im Winter 2013 und Frühjahr 2014

Folgende Veränderungen werden jetzt noch zusätzlich zum ursprünglichen Plan umgesetzt:

  • der Einbau eines 24-12V Spannungswandlers im Fahrerhaus und diverse 12V Steckdosen, Sicherungsautomaten und LED Leselampen
  • die Montage von Zusatzscheinwerfern vorn auf dem Fahrerhaus und hinten am Shelter
  • die Montage eines klappbaren und mit Gasfedern unterstützten Schutzdaches über der Sheltertür und der darauf befindlichen Solarzelle
  • die Anbringung von C-Schienen auf der Motorraumklappe zur Befestigung von gebrauchten BW- Aluminium Transportkisten für zusätzlichen Stauraum
  • das Versetzen des Shelters um ca. 80cm nach hinten um Platz für ein zweites Ersatzrad und ein Quad auf der Ladefläche zu bekommen und das Anbringen neuer Befestigungspunkte für den Container auf der Ladefläche durch den Fahrzeugbauer FLM in Bethenhausen
  • die Beschaffung klappbarer Auffahrrampen für das Quad
  • Umbau der vorhanden BW- Einstiegstreppe zum Klappen und Schwenken unter die Ladefläche

6. Phase: Mai 2014 – Es kann losgehen!

Die Tickets für die Fährüberfahrt sind gekommen, die Haustiere untergebracht und sämtliche Zimmerpflanzen verteilt. Wir haben uns von Familie, Freunden und Kollegen verabschiedet und brechen endlich auf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.