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Lebe deine Träume …

 

In den letzten fünf Monaten haben wir uns einen unserer Träume erfüllt. Wir haben in dieser Zeit eine neue Art zu Reisen kennen- und auch schätzen gelernt, die unser Leben wohl nachhaltig verändert hat. Neben dem Zeitfaktor hat uns vor allem das örtliche Ungebundensein ein bisher nicht gekanntes Gefühl von Freiheit vermittelt. Stehen zu bleiben an Orten, die uns gefallen und so viele Tage zu bleiben, wie es uns gefällt – das gab es vorher noch nie. Wir haben den Luxus, Zeit zu haben, voll ausgekostet. Dabei ist uns keineswegs langweilig geworden: Andreas fand unter anderem Entspannung im Angeln, sogar im strömenden Regen, meist mit Erfolg aber auch so manches Mal ohne. Frisch filetiert und lecker zubereitet fehlte in unserem Gourmet- Expeditionsmobil nur die Spülmaschine von zu Hause. Aber auch dafür hatten wir ja Zeit. Ich habe viel gelesen. Wir haben Chinesisch gelernt und das ein wenig eingerostete Studienwissen wieder aufgefrischt. Neues Wissen z.B. über Islands Energieressourcen kam dazu. Daneben haben wir viel Zeit mit Fotografieren verbracht, in Summe haben wir mehr als 21.000 Fotos geschossen. Dabei hat sich eine gut funktionierende Arbeitsteilung entwickelt: Ich war für die (Weitwinkel-)Landschaftsaufnahmen zuständig, Andreas hat die Kamera mit dem Zoomobjektiv für die Nahaufnahmen für sich beansprucht. Und während ich die meisten Texte für die Website geschrieben habe, hat er sich über Stunden mit dem Bearbeiten und (Aus-)Sortieren der Bilder beschäftigt.

Wir sind gut 10.000km gefahren, haben uns in das eine oder andere „Schlam(m)assel“ geritten und uns sowohl im Schnee als auch am Strand festgefahren, sind aber immer aus eigener Kraft wieder herausgekommen. Selbst gewähltes Leid! Wir haben uns für die „unbekannten“ 4×4 Pisten entscheiden, anstatt auf Asphalt zu bleiben. Aber gerade das macht so ein Abenteuer aus. Man ist stolz, auch schwierige Passagen geschafft zu haben, selbst, wenn Steine im Weg liegen, der Karren im Dreck steckt und einem vom stundenlangen Steineschleppen und Schaufeln alles weh tut. Wie im echten (Arbeits-)Leben, nur etwas extremer und mit dem Unterschied, dass die Steine nicht von Dritten gelegt wurden 😉

Wir haben die viele Zeit miteinander genossen und auch, wenn es etwas pathetisch klingt, wir haben nicht zuletzt ein bisschen mehr zu uns selbst gefunden.

Die Ingenieure der 70er wären stolz auf unsere Emma, sie ist mit uns Abhang rauf, Abhang runter und im bis zu brusthohen Flusswasser durch Dick und Dünn gegangen.  Wenn auch in einigen Fällen ein kleines bisschen zu groß, war die Fahrzeugwahl für Island ideal und unsere 8m² Wohnfläche ein gemütliches Zuhause.

Island hat uns seine Schokoladenseiten genauso gezeigt wie seine kalte Schulter. Wir haben mehr als einmal sprachlos vor einer atemberaubenden Aussicht gestanden und mussten ebenso mehr als einmal unsere Routen und Vorhaben aufgeben bzw. ändern. Fünf Monate Island reichen uns vorerst allerdings aus, wir ziehen zukünftig doch wieder die wärmeren Gefilde dieser Erde für Reisen vor 😉

Und damit sind wir auch schon bei der Zukunft: Wir sind vom „Langreise-Virus“ infiziert und denken in den letzten Wochen immer öfter darüber nach, wie ein beruflich erfolgreiches Leben damit in Einklang gebracht werden kann. Ich hätte es nicht besser formulieren können als unsere Reisebekanntschaft Christian: „Wir haben Träume für mehrere Leben!“